UBE berät: sicheres Passwort für den Router erstellen

11. August 2017 | Von | Kategorie: Ratgeber

Sicheres Passwort vergeben, aber richtig – die UBE hilft

Im Beitrag „Einstellungen im Router“ unter dem Punkt „Was sollte sonst noch eingestellt werden“ wurde aufgezeigt, wie Sie am VDSL-Router die Passwörter für den Router-Zugang und für das WLAN einstellen. Aber wie sollte denn so ein sicheres Passwort beschaffen sein und was ist zu beachten?
Man muss sich stets vor Augen halten, dass der VDSL-Router die Schnittstelle zwischen den Telekommunikationsgeräten, Fernmeldeeinrichtungen, PC usw. im Haus auf der einen Seite und dem Internet mit allen möglichen und unmöglichen Anfeindungen auf der anderen Seite ist. Mit einem „schwachen“ Passwort machen Sie es den „bösen“ Jungs da draußen nur unnötig leicht.
Hier einige Vorschläge und Empfehlungen, wie Sie ein sicheres Passwort vergeben können und so dokumentieren, dass man es nicht als solches erkennt.

** Wie sollte ein sicheres Passwort nicht beschaffen sein?

Eingaben wie „test“, „Zugang“, „admin“, „qwert“ oder „1234“ sind einfach nur dumm. Auch die Vornamen Ihrer Kinder oder des Ehepartners sowie Wohnort, Haustiere oder Automarken usw. sind genauso ungeeignet.
Solche kurzen und bekannte Passwörter können in Sekunden geknackt werden.

** schwache Passwörter

Schwache Passwörter sind ausreichend zum Beispiel für

  • den Zugang zum Foren von Ihrem Kleintierzüchterverein
  • das Einloggen auf nicht so wichtigen Internetseiten
  • den Zugang zu Hobby- oder Vereinsnachrichten
  • das Schalten von „IoT“-Geräten (Internet der Dinge).

Hier sollte ein nicht zu kurzes Wort mit Zahlen gemischt ausreichen.
sicheres Passwort
Diese Zugangsworte für die verschiedene Dienste, Foren usw. sind nicht so kritisch und können deshalb direkt auf Ihrem Notizzettel notiert werden.
Wenn Sie einen WLAN-Gastzugang in Ihrem Router aktiviert haben, können Sie ein solches Passwort unter „WLAN“ -> „Gastzugang -> „WLAN-Netzwerkschlüssel“ vergeben.

** mittelstarke Passwörter

Ein Geheimwort mittlerer Sicherheit sollte sechs bis zwölf (bei Finanzdingen bis zu 16) Zeichen lang sein. Je sensibler die Anwendung, desto länger muss das Passwort sein.
Kombinieren Sie Buchstaben und Ziffern. Setzen Sie auch Groß- und Kleinbuchstaben ein und verwenden Sie zusätzlich Sonderzeichen (wie ! ” ? $ % ^ & usw.).
Verbinden Sie z.B. die zwei Worte „Stachelschwein“ und „Schweinehund“ zu „2Stachel@Hund“ (2 für zwei Tiere; @ als und; S+H groß).
Ein solches, persönliches Kunstwort ist verrückt genug, um es sich zu merken und als ist Passwort für das normale WLAN ausreichend. Und die vermerkten Worte „Stachelschwein“ und „Schweinehund“ auf Ihrem Notizzettel sind nichtssagend.
Eingestellt wird das Passwort unter „WLAN“ -> „Sicherheit“ auf der Registerkarte „Verschlüsselung“ im Feld „WLAN-Netzwerkschlüssel“.

** starke Passwörter – Doppelwörter gespickt mit persönlichem Code

Zu dem vorher Gesagten gilt es zusätzlich, auf keinen Fall Wörter zu verwenden, die in einem Wörterbuch oder Lexikon zu finden sind.
Für ein sicheres Passwort – nicht nur – für den Router-Zugang gilt: Mischen Sie Buchstaben, Zahlen sowie Groß- und Kleinschreibung, Sonderzeichen und ggf. Umlaute (siehe weiter unten) zu möglichst sinnlosen Zeichenketten.

  • Wörter verschmelzen:
    Wählen Sie zwei Wörter und kreieren Sie aus deren Silben ein neues. Aus „Katze“ und „Hund“ könnten Sie z.B. das Wort „KatHuzend“ bilden. Dieses ist schon sehr schwer zu knacken. Um die Sicherheit zu erhöhen, fügen Sie zusätzlich Zahlen und ein Sonderzeichen ein: z.B. „Kat1Hu;ze2nd“.
  • Eigenen Code anwenden:
    Sie können auch einen persönlichen Geheimcode verwenden und z.B. 8 statt B, 3 statt e, $ statt s oder @ statt a einsetzen: „PusteBlume“ = „Pu$te8lum3“ oder „GartenBlume“ = „G@rt3n8lum3“.
  • Denkbar ist auch, die beiden Methoden gleichzeitig anzuwenden. Auf Ihren Notizzettel kommen die Grundworte und an anderer Stelle der persönliche Code.

** sehr sicheres Passwort – Einen ganzen Satz merken als Eselsbrücke

sicheres PasswortSie haben Bedenken, Ihr Passwort zu vergessen, und verwenden deshalb immer nur einfache Wörter? Um ein Passwort sicher zu gestalten, sollten Sie auf dieses Verfahren aber verzichten. Mit einer Eselsbrücke können Sie sich die schwierigsten Kombinationen leicht einprägen!
Jeder kennt Sprichwörter wie „Der Ball ist Rund“ und „Das Runde muss ins Eckige“. Machen Sie aus den Anfangsbuchstaben daraus das Kennwort „DbiR&DRmiE“. Mischen Sie noch zwei Zahlen hinzu und fertig ist Ihr sicheres Passwort: „1DbiR&2DRmiE“.
Weitere Beispiele zur Satzmethode:

  • „Zenzi, ich werde um 8 Uhr zuhause sein!“ ergibt „Z_iwu8Uzs!“.
  • „Wer drei Mal hinfällt, sollte vier Mal wieder aufstehen!“ ergibt „W3xh$s4xwa!“.
  • „Im Januar 2017 haben sich Herbert und Inge zum 1. Mal geküsst!“ ergibt „iJ17hsH&Iz1.Mg!“

Mit dieser Methode kann man schwer zu knackende Passwörter einfach im Kopf behalten. Auf den Notizzettel kommt nur der jeweilige Merk-Satz.

** Keine Umlaute – beim Router aber schon

Normalerweise sollte man für ein Passwort keine Umlaute (ä ö ü) verwenden, da man sie auf einer ausländischen Tastatur, etwa im Urlaub, nicht verwenden kann.
Da Sie jedoch Ihren Router nur vom PC aus aufrufen, sind Umlaute schon fast Pflicht, was ganz nebenbei internationale Hacker aussperrt.

** Mit „Pwned Passwords“ mein Passwört prüfen

Wurde mein neu erstelltes Passwort schon einmal in einem Datenleck veröffentlicht und sollte deswegen nicht verwendet werden? Diese Frage beantwortet ein neuer Webdienst des unabhängigen Sicherheitsforschers Troy Hunt.
Der Dienst enthält momentan über 300 Millionen Passwörter aus diversen Lecks, die sich für „Bruteforce-Angriffe“ missbrauchen lassen.
Rufen Sie die englische Seite https://haveibeenpwned.com/Passwords auf und checken Ihr Passwort.
Troy Hunt gibt jedoch zu bedenken, dass die Tatsache, dass sich ein Passwort nicht in seinem Datensatz befindet, nicht automatisch bedeutet, dass es sicher ist. (Auszug aus heise.de)

Zusatz-Tipp: WLAN zeitweise abschalten

Das funktioniert entweder über den entsprechenden Button an Ihrem Router (im Urlaub, wenn niemand zuhause ist) oder per Zeitplan im Router-Menü (z.B. nachts). Wenn es kein WLAN gibt, kann dort auch niemand eindringen.

Ujfie1-xiU! = Und jetzt fahre ich erst 1-mal in Urlaub! (und das ganz sicher :-))

Text und Recherche: Heinz Wölfel

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