Asylbewerber in Eckental?

Rathaus

Asylbewerber in Eckental? Noch ist nichts amtlich, nur eines kann das Landratsamt bereits bestätigen: Auch die Gemeinde Eckental wird in den nächsten Monaten Flüchtlinge aufnehmen müssen. Wie viele, wann sie kommen und wo sie untergebracht werden, dazu will sich die Behörde noch nicht äußern.
„Wir wissen noch nicht, wie viele kommen“, sagt Pressesprecherin Hannah Reuter auf Anfrage. Reuter bestätigt aber, dass es bereits Verhandlungen mit privaten Anbietern in der Gemeinde Eckental für geeignete Objekte gäbe.
„Doch wir haben noch keine Tinte auf dem Mietvertrag“. Gerüchte, wonach es sich dabei um die ehemalige „Schwanna“ in der Eschenauer Hauptstraße handelt, wollte Reuter nicht bestätigen. „Dazu kann ich keine Auskunft geben.“
Auch bei der Gemeinde Eckental hält man sich bedeckt. „Wir sind derzeit nur Beobachter“, sagt Bürgermeisterin Ilse Dolle. Sie sei sich aber darüber im Klaren, dass Eckental als zweitgrößte Gemeinde im Landkreis seiner Verpflichtung nachkommen und Flüchtlinge aufnehmen müsse. Der Bürgermeisterin wäre die Unterbringung in kleineren Einheiten, verteilt auf mehrere Ortsteile am liebsten. Deshalb sei die Gemeinde nun seit kurzem selbst auf der Suche nach geeigneten Grundstücken oder Objekten. „Wir wollen das nicht nur auf Private abwälzen.“ Allerdings zeichne sich derzeit noch keine Lösung ab.
Auch ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden – Dölle will den Gemeinderat einbinden – habe noch kein Ergebnis gebracht. „Wir haben momentan kein geeignetes Grundstück oder Gebäude, auf das wir zurückgreifen können. Was ich natürlich nicht möchte, ist, dass wir in Turnhallen oder Schulen ausweichen müssen“.

Bisher nur eine Familie

Bekannt ist das Thema schon länger in Eckental. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte das Landratsamt einen Aufruf an alle Bürgermeister im Landkreis geschickt und sie zur Mitwirkung aufgefordert. Erst im Mai erhielt die Verwaltung nach Auskunft von Dölle aber die Nachricht, dass nach Eckental tatsächlich Flüchtlinge kommen sollen. Bislang lebt lediglich eine sechsköpfige Familie aus Russland in der Gemeinde. Diese sei „sehr gut integriert“, sagt die Rathauschefin.
Damit Eckental nicht von heute auf morgen von der Einquartierung von Flüchtlingen überrascht wird, strebe sie nach den Ferien ein gemeinsames Gespräch mit den Kirchen und Vereinen an. „Ich hoffe, dass wir ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen knüpfen können, die sich um die Ankömmlinge kümmern.“ Auch die Bevölkerung solle informiert werden, sobald die Gemeinde mehr Informationen habe: „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann ich aber noch nichts Näheres sagen“.
Insgesamt sind im Landkreis derzeit 265 Flüchtlinge untergebracht. 93 leben nach Auskunft des Landratsamtes in Hochstadt, der Rest ist dezentral verteilt.
Ob Eckental, das von der Einwohnerzahl vergleichbar mit Höchstadt ist, auch mit dieser Größenordnung rechnen muss, dazu gibt die Behörde keine Prognose ab. Das hänge von den verfügbaren Quartieren ab, erklärt Sprecherin Hannah Reuter. Anders als in Eckental stünde in Höchstadt ja eine größere Gemeinschaftsunterkunft zur Verfügung.
„Containerlösungen oder Turnhallen sind für uns immer nur die letztmögliche Option.“ Zuletzt hatte die Gemeinde Eckental 1996 eine größere Zahl an Asylbewerbern aufnehmen müssen. Damals waren 130 Menschen in Forth untergebracht. Die Zahl der Flüchtlinge, die untergebracht werden müssen, wird von der Regierung von Mittelfranken festgelegt. Für den Landkreis ergibt sich derzeit eine Quote von 7,6 Prozent. Im benachbarten Nürnberger Land sind es 9,8 Prozent.

(Abdruck aus dem Sonntagsblitz vom 17. August 2014)

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